Ratgeber für Angehörige

Hausnotruf für die Eltern: Unser Familien-Check

Das Gespräch über einen Hausnotruf ist oft schwerer als die Technik. Diese sieben Fragen helfen Ihnen, gemeinsam mit Ihren Eltern zu klären, was im Alltag wirklich gebraucht wird. Ohne Druck und ohne dass Sie hier etwas eintragen müssen.

pflegetipp.de Hausnotruf · Telefon 0211 54 22 98 07

Druckt die sieben Fragen und die wichtigsten Hinweise auf weißem Papier, mit Platz für Notizen.

Die sieben Gesprächsfragen

  1. Frage 1: Wann ist Mama oder Papa allein?

    Ein Hausnotruf ist für die Stunden gedacht, in denen niemand in der Nähe ist.

    • Tagsüber, nachts, an Wochenenden?
    • Wie lange vergeht, bis jemand merkt, dass etwas nicht stimmt?
    • Gibt es Situationen, die schon einmal knapp waren?
  2. Frage 2: Nur zuhause oder auch unterwegs?

    Davon hängt ab, welche Geräteart überhaupt in Frage kommt.

    • Geht die Person allein spazieren, einkaufen oder in den Garten?
    • Reicht die Nutzung in der Wohnung, oder wird ein ausdrücklich für unterwegs vorgesehenes Gerät benötigt?
  3. Frage 3: Wie soll das Gerät getragen werden, und passt es in den Alltag?

    Ein Knopf hilft nur, wenn er auch getragen wird.

    • Lieber am Handgelenk oder an einer Kette um den Hals?
    • Kann die Person den Knopf oder die Taste sicher drücken, auch mit kalten Händen?
    • Wird ein Gerät, das regelmäßig geladen werden muss, zuverlässig geladen? Wer hilft dabei, falls nötig?
  4. Frage 4: Wer soll im Notfall angerufen werden, und in welcher Reihenfolge?

    Besprechen Sie das in Ruhe in der Familie und vereinbaren Sie die Kontaktreihenfolge später mit dem Anbieter. Auf dieser Seite werden keine Kontaktdaten abgefragt.

    • Wer wohnt nah, wer ist tagsüber erreichbar?
    • Wer ist erste, zweite, dritte Ansprechperson?
    • Wissen alle Beteiligten Bescheid und sind einverstanden?
  5. Frage 5: Wie kommt Hilfe in die Wohnung?

    Im Ernstfall kann die Person vielleicht nicht selbst öffnen.

    • Wer hat einen Schlüssel und ist schnell vor Ort?
    • Gibt es Nachbarn, die helfen können?
    • Fragen Sie den Anbieter, welche Regelungen zum Wohnungszugang möglich sind. Ein Schlüsseldienst ist nicht automatisch enthalten.
  6. Frage 6: Sind Strom, Verbindung und ein begleiteter Probealarm geklärt?

    Technik, die keiner ausprobiert hat, verunsichert im Ernstfall.

    • Gibt es eine freie Steckdose an einem zentralen Platz?
    • Wird der Mobilfunkempfang am Aufstellort mit dem echten Gerät getestet?
    • Wer ist beim ersten Probealarm dabei und erklärt ihn noch einmal?
  7. Frage 7: Was ist enthalten, was kostet extra, was zahlt die Pflegekasse?

    Klären Sie die Kosten vor der Beauftragung, nicht danach.

    • Welche Grundleistungen sind enthalten, welche Zusatzleistungen kosten extra?
    • Fallen einmalige Kosten an?
    • Liegt ein anerkannter Pflegegrad vor, und ist die Kostenübernahme durch die Pflegekasse beantragt und bewilligt?

Welche Geräteart passt zu welchem Alltag?

Nur zuhause: Basisstation mit Notrufknopf (Basic)

Die Station steht in der Wohnung und hat eine eingebaute SIM-Karte. Festnetz oder Internet sind nicht nötig. Der Knopf wird am Handgelenk oder um den Hals getragen.

Zuhause und unterwegs: Kombi Notruf

Basisstation für die Wohnung plus Mobilteil mit GPS für draußen.

Am Handgelenk, auch unterwegs: SmartWatch

Notrufuhr mit eingebauter SIM-Karte und GPS, ohne Smartphone.

Auch mobile Geräte brauchen ausreichenden Mobilfunkempfang. Prüfen Sie mit dem Anbieter die vorgesehenen Nutzungsorte und führen Sie einen abgestimmten Funktionstest durch. Die Übersicht ist eine Orientierung, keine Eignungszusage.

Genaue Ausstattung und Preise der mobilen Geräte: Kombi Notruf und SmartWatch im Detail. Wie der Anschluss ohne Telefondose funktioniert: Ratgeber Hausnotruf ohne Festnetz und Internet.

Kosten und Pflegekasse: ehrlich eingeordnet

Lassen Sie sich vor der Beauftragung zeigen, welche Grundleistungen enthalten sind, was Zusatzleistungen kosten und ob einmalige Kosten anfallen. Aktuelle Preise und die Voraussetzungen finden Sie in der Übersicht zu Kosten und Kostenübernahme.

Weiterlesen und anfragen

Bereit für den nächsten Schritt?

Sie gelangen zum vollständigen Online-Antrag. Voraussetzungen, Leistungen, Kosten und die mögliche Kostenübernahme werden dort geklärt.