Ratgeber Technik
Hausnotruf ohne Festnetz und Internet: So funktioniert der Anschluss
Auch ohne eigenen Telefonanschluss oder WLAN ist ein Hausnotruf mit eingebauter SIM-Karte möglich. Ein paar Dinge müssen trotzdem stimmen: Strom am richtigen Platz und Mobilfunkempfang genau dort, wo das Gerät später steht.
Das Wichtigste in Kürze
- Ein Hausnotruf mit eingebauter SIM-Karte braucht weder einen eigenen Festnetzanschluss noch WLAN.
- Nötig bleiben eine geeignete Steckdose am Aufstellort und Mobilfunkempfang genau an diesem Platz.
- Dass das eigene Handy dort Empfang hat, ist ein Hinweis, aber kein Beweis für das Notrufgerät.
- Eine stationäre Basisstation mit SIM funktioniert nur zuhause. Für unterwegs braucht es ein mobiles Gerät.
- Am Ende zählt der begleitete Probealarm mit dem tatsächlichen Gerät.
Allgemeine Funktionsweise
Der Weg eines Notrufs, Schritt für Schritt
Der Knopf am Körper
Die Person trägt einen kleinen Notrufknopf am Handgelenk oder an einer Kette um den Hals. Ein Druck genügt, um Hilfe zu rufen.
Die Basisstation in der Wohnung
Der Knopf schickt ein Funksignal an die Basisstation. Sie hat Lautsprecher und Mikrofon, damit man ohne Hörer sprechen kann.
Das Mobilfunknetz
Die Basisstation baut über ihre eingebaute SIM-Karte eine Verbindung über das Handynetz auf, ganz ohne Telefondose.
Die Notrufzentrale
Dort meldet sich ein Mensch, spricht mit der Person und organisiert passende Hilfe, etwa hinterlegte Kontakte oder den Rettungsdienst.
Zwei verschiedene Verbindungen, die beide passen müssen
Für den Betrieb müssen zwei unterschiedliche Funkverbindungen funktionieren. Prüfen Sie beide getrennt:
Knopf zur Basisstation
Ein Funksignal innerhalb der Wohnung. Wände, Decken und Stockwerke können es schwächen. Wie weit es reicht, hängt vom Gebäude ab. Darum: in jedem genutzten Raum ausprobieren, auch im Bad, im Schlafzimmer und auf dem Balkon.
Basisstation zum Mobilfunknetz
Die Verbindung nach draußen über die SIM-Karte. Sie hängt vom Empfang genau am Aufstellort ab. Ein Platz am Fenster kann besser sein als eine Ecke im Flur oder ein Kellerraum.
Aufstellen, Probealarm und Stromausfall
Der richtige Platz
Gut ist ein zentraler Ort in der Wohnung, von dem aus man die Station im Ernstfall gut hört und mit ihr sprechen kann. Daneben braucht es eine Steckdose, die nicht über einen Lichtschalter abgeschaltet wird. Kabel sollten nicht quer durch den Raum laufen.
Einrichten und begleiteter Test
Nach dem Anschließen gehört ein mit dem Anbieter abgestimmter Probealarm dazu: Knopf drücken, Verbindung zur Zentrale abwarten, sprechen und hören. Machen Sie das begleitet, gemeinsam mit der betroffenen Person und aus mehreren Räumen. Lassen Sie sich auch erklären, wie spätere Funktionstests abgestimmt werden.
Bei Stromausfall
Basisstationen haben in der Regel einen Akku als Puffer. Dieser überbrückt nur eine begrenzte Zeit. Danach braucht das Gerät wieder Strom aus der Steckdose. Fragen Sie bei der Einrichtung nach, wie sich Ihr Gerät bei Stromausfall verhält.
Konkrete Angaben zu pflegetipp-Geräten
Nur zuhause oder auch unterwegs?
Die SIM-Karte in einer Basisstation macht sie unabhängig vom Telefonanschluss, aber nicht mobil. Die Station bleibt zuhause stehen. Wer auch beim Spaziergang oder Einkaufen abgesichert sein möchte, braucht ein mobiles Gerät.
- Basic: stationäre Basisstation mit SIM-Karte, kein Festnetz und kein Internet nötig. Der Notrufknopf wird am Handgelenk oder um den Hals getragen. Für die Wohnung.
- Kombi Notruf: Basisstation für zuhause plus Mobilteil mit GPS für unterwegs.
- SmartWatch: Notrufuhr am Handgelenk mit eingebauter SIM-Karte und GPS. Kein Smartphone nötig.
Alle Details und Preise zu den mobilen Geräten finden Sie auf der Seite zu Kombi Notruf und SmartWatch. Was die Pflegekasse übernehmen kann, erklärt die Übersicht zu Kosten und Kostenübernahme.
Anschluss-Check
Drei kurze Fragen. Sie erhalten eine Liste der Punkte, die Sie vor Ort noch klären sollten. Das ist keine Eignungsprüfung und keine Zusage zu Kosten oder Kostenübernahme.
Datenschutz: Ihre Antworten werden nur auf dieser Seite verwendet, nicht gespeichert und nicht gesendet. Name oder Telefonnummer sind nicht nötig.
Quellen und Einordnung
Die allgemeine Funktionsweise eines Hausnotrufs haben wir mit eigenen Worten beschrieben. Angaben zu Basic, Kombi Notruf und SmartWatch stammen aus unseren eigenen Produktinformationen. Preise, Reichweiten oder Akkulaufzeiten anderer Anbieter gelten nicht für pflegetipp.
- DRK Kreisverband Neunkirchen: Funktionsweise des Hausnotrufs (externe Seite, öffnet in neuem Tab)
Allgemein: Notrufknopf, Basisstation mit Freisprechen, Koordination durch die Zentrale, Steckdose. Beschreibt eine Variante mit Festnetz, ist also kein Beleg für SIM-Geräte. - DRK Frankfurt: Hausnotruf (externe Seite, öffnet in neuem Tab)
Allgemein: Station am Stromnetz mit eingebauter Multi-SIM über Mobilfunk ohne Festnetz oder Internet sowie der Unterschied zwischen stationär und mobil.
Sie möchten mit Ihrer Familie besprechen, was wirklich gebraucht wird? Dabei hilft unser Familien-Check mit sieben Gesprächsfragen.
